Friedenslinde im Gedenken an den Dt.-Franz. Krieg 1870/71

Das Gewann „Bei den Linden“ ist nicht nur Standort „der jungen Friedenslinde“, sondern war auch Namensgeber für den Lindenbrunnen, das Gasthaus zur Linde, die Lindenstrasse und angeblich auch die Firma Lindenfarb Textilveredelung mit Sitz in Aalen (der Firmengründer hatte in der Lindenstrasse in Altenriet im s.g. „Schweizerhaus“ seinen Wohnsitz und einiges an Grundbesitz)

1871  Nach Beendigung des deutsch-französischen Krieges 1870 / 71, pflanzte die Gemeinde auf dem Gewann „bei den Linden“ im Gedenken an die Gefallenen der Gemeinde eine Friedenslinde. Der dadurch neu geschaffene Lindenplatz diente dann auch der Jugend an schönen Feiertagen jahrzehntelang als Vergnügungsstätte.

2000  Nach ca. 130 Jahren war die ursprüngliche Linde abgestorben und wurde durch die Gemeinde durch einen neuen, den heutigen Lindenbaum ersetzt.

Als Friedenslinde werden Linden bezeichnet, die zum Gedenken an einen gewonnenen Krieg und den folgenden Frieden als Gedenkbäume gepflanzt wurden. In Deutschland sind diese überwiegend als Denkmal an den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 gepflanzt worden. Es handelte sich um die ersten Denkmäler für diesen Krieg, da eine derartige Pflanzung schnell und preiswert erfolgen konnte. 

Weitere Friedenslinden in Baden-Württemberg finden sich z.B. in: Bad Herrenalb, Ehingen, Entringen, Gärtringen, Magstadt, Riedlingen und weiteren Orten.

Kuriosität am Rande: Ende des 2. Weltkrieges wurde Deutschland in 4 Besatzungszonen eingeteilt. Frankreich bekam mit dem Potsdamer Abkommen vom August 1945 endgültig eine eigene Besatzungszone zugesprochen. Während der Ort Altenriet zur amerikanischen Besatzungszone gehörte, war Walddorfhäslach in der französischen Besatzungszone. Vom September 1945 bis Ende 1948 , dem Ende der Besatzungszonen, stand zwischen der damaligen Schreinerei Fenchel  und dem heutigen Feuerwehrhaus eine Grenzschranke, zwischen den beiden Besatzungszonen.

  • Ortschronik der Gemeinde Altenriet, begonnen 1931 von Hauptlehrer Thumm
  • Wikipedia