Die ehemalige Zehntscheuer in der heutigen Friedhofstrasse war, wie das in Mitteleuropa bereits im Mittelalter üblich war, das Lagerhaus zur Annahme und Aufbewahrung der durch die Grundherren oder Kirchen erhobenen Naturalsteuer (Zehnt)
1448 Die Zehntlast wurde von Altenreyt ab 1448 eingezogen. Graf Ulrich, der Vielgeliebte, schenkte den Kirchensatz und „den Zehnten“ von Tenzlingen und Altenriet dem Stift Oberhofen bei Göppingen
1534 Mit der Reformation im Jahr 1534 fielen die Besitzungen des Stifts Oberhofen wieder an Württemberg zurück und nun wurde der Zehnt von der „Geistlichen Verwaltung Nürtingen“ eingezogen
1849 Vierhundert Jahre nach der Einführung, wurden im Zuge der Deutschen Revolution 1848/49 diese Abgaben mit Gesetz vom 17.07.1849 wieder abgeschafft. Die Zehntscheuer verlor daraufhin ihren Verwendungszweck.
Heute Die alte Bausubstanz wurde bis auf Mauerreste an der Rückwand zerstört und befindet sich heute in Privatbesitz.
Auch in Altenriet kassierte die „Geistliche Verwaltung Nürtingen“ den großen (%-uale Abgabe vom Rohertrag an Getreide und Wein) und den kleinen (andere Produkte, wie Kartoffeln oder Klee) Zehnt. Während die Pflicht, den großen Zehnt zu leisten, seitens der Bauernschaft weitgehend anerkannt und akzeptiert war, kam es hinsichtlich des kleinen Zehnt von Anfang an zu Widerständen. Besondere Äcker waren dem Kloster Denkendorf aber auch der Stadt Tübingen zehntpflichtig
- Ortschronik der Gemeinde Altenriet, begonnen 1931 von Hauptlehrer Thumm
- Heimatbuch Neckartenzlingen von F. Reiff von 1972, Seite 90
- Gemeinde Altenriet, Erinnerungen 2008
- Bilder: Google Maps, Willi Reichert


